Antenne Bayern und der positive Hörerschwund

Schön zu lesen wie man Verluste doch positiv darstellen kann.

Berichten doch Valerie Weber und Karlheinz Hörhammer (Antenne Bayern) ganz stolz:

In der werberelevanten Zielgruppe der 14-49-Jährigen ist ANTENNE BAYERN sogar Deutschlands Nummer 1 - vor allen anderen Radiosendern der Republik.

Für den Vorsitzenden der Geschäftsführung Karlheinz Hörhammer ist der Blick in die werberelevante Zielgruppe das eigentlich Erfreuliche: „Für unsere Kunden bieten wir bei den 14- bis 49-Jährigen in der Durchschnittsstunde 748.000 Hörer, Bayern 3 erreicht in dieser Zielgruppe gerade mal 423.000 Hörer.“

„Wir sind stolz, dass eines der letzten breit aufgestellten Familienprogramme in Deutschland weiterhin Marktführer unter den Privaten bleibt“, so Valerie Weber, ANTENNE BAYERN-Geschäftsführerin und -Programmdirektorin. (Quelle:  Antenne Bayern)

Tja, so gesehen haben die Beiden sicher recht. Was allerdings verschwiegen wird ist, dass Antenne Bayern einen Verlust von 2,5% in der „Werberelevanten Zielgruppe“ hinnehmen musste. In der Gesamtheit der Hörer musste Antenne Bayern sogar ein Minus von 5,3% verzeichnen.

Bayern 3 – deren Format auch nicht wirklich besser ist – konnte zumindest in der „werberelevanten Zielgruppe“  ein Plus von 4,47% verzeichnen und in der Gesamtheit konnte sich der Sender um 4,7% steigern.

Der Gewinner ist übrigens Bayern 1 (bei den Nichtspartensendern wie Rockangeboten etc.). Mit einem Plus von Gesamt 22,6% und in der Zielgruppe 14 – 19 Jahre einem Plus von 27,6 % hat der öffentlich Rechtliche hier deutlich die Nase vorn.

Kann es etwa sein, dass die Hörer redaktionelle Inhalte den ach so tollen Gewinnspielen und Selbstbeweihräucherungen einiger StarModeratoren vorziehen? Kann es sein, dass I-Pods deshalb so beliebt sind, weil sie eine größere Musikauswahl speichern können als das Radioprogramm eines Privatsenders innerhalb eines Monats hergibt?

Ich freu mich auf die weiteren Funkanalysen. (Quelle: Reichweiten.de)



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